Frage 127: Warum gibt es die 5%-Hürde im Wahlgesetz der Bundesrepublik Deutschland? Es gibt sie, weil ...
Die richtige Antwort auf Frage 127 des Einbürgerungstests lautet: „viele kleine Parteien die Regierungsbildung erschweren.“ (Antwort C).
Erklärung: Warum diese Antwort richtig ist
Die 5%-Hürde gibt es, weil viele kleine Parteien die Regierungsbildung erschweren. Wären im Bundestag zwanzig oder dreißig Kleinstparteien vertreten, müssten für eine Mehrheit sehr viele Partner zusammenfinden – langwierige Verhandlungen, instabile Bündnisse und häufige Regierungswechsel wären die Folge.
Der historische Hintergrund ist die Weimarer Republik: Im Reichstag saßen damals zahlreiche kleine Parteien, Regierungen hielten oft nur Monate, und die politische Instabilität trug zum Aufstieg des Nationalsozialismus bei. Die 5%-Hürde ist eine bewusste Lehre daraus – sie sichert die Funktionsfähigkeit des Parlaments.
Die anderen Antworten sind falsch: • Gemeinsame Programme kleiner Parteien – ob Programme ähnlich sind, spielt keine Rolle. • Orientierungsverlust der Bürger – die Hürde soll das Parlament arbeitsfähig halten, nicht die Wähler vor Auswahl schützen. • Kleine Parteien haben wenig Geld – Parteienfinanzierung hat mit der Sperrklausel nichts zu tun.
Merkhilfe: Der Zweck ist Regierungsfähigkeit, nicht Geld oder Übersichtlichkeit.
Einordnung im offiziellen Fragenkatalog
Frage 127 ist die 24. von 27 Fragen im Themenbereich Wahlen und gehört zu den 300 allgemeinen Fragen des offiziellen Gesamtfragenkatalogs, aus denen 30 Ihrer 33 Prüfungsfragen zufällig ausgewählt werden.