Frage 181: Was wollte Willy Brandt mit seinem Kniefall 1970 im ehemaligen jüdischen Ghetto in Warschau ausdrücken?
Die richtige Antwort auf Frage 181 des Einbürgerungstests lautet: „Er bat Polen und die polnischen Juden um Vergebung.“ (Antwort B).
Erklärung: Warum diese Antwort richtig ist
Mit seinem Kniefall 1970 im ehemaligen jüdischen Ghetto in Warschau wollte Willy Brandt ausdrücken: Er bat Polen und die polnischen Juden um Vergebung. Vor dem Denkmal für die Opfer des Warschauer Ghettoaufstands kniete der deutsche Bundeskanzler spontan nieder – eine Geste der Demut und des Eingeständnisses deutscher Schuld für die Verbrechen des Nationalsozialismus.
Der Kniefall von Warschau wurde zum weltweit beachteten Symbol deutscher Vergangenheitsbewältigung. In Deutschland war er zunächst umstritten; heute gilt er als eine der wichtigsten Gesten der Nachkriegszeit. Brandt erhielt 1971 den Friedensnobelpreis, auch für seine Ostpolitik der Verständigung mit Polen, der Sowjetunion und der DDR.
Die anderen Antworten sind falsch: Es ging weder um Unterwerfung unter die Alliierten noch um Demut vor dem Warschauer Pakt noch um ein Gebet am Grab des Unbekannten Soldaten.
Einordnung im offiziellen Fragenkatalog
Frage 181 ist die 96. von 184 Fragen im Themenbereich Staat & Ordnung und gehört zu den 300 allgemeinen Fragen des offiziellen Gesamtfragenkatalogs, aus denen 30 Ihrer 33 Prüfungsfragen zufällig ausgewählt werden.
